STATUTEN


Art 1 : NAME, SITZ, GELTENDES RECHT
11 Unter dem Namen „INTERNATIONALE LIGA DER NATIONALEN KULTURGÜTERSCHUTZGESELLSCHAFTEN“ (hernach KGS-LIGA genannt) besteht, auf unbestimmte Zeit, ein Dachverband der nationalen Kulturgüterschutzgesellschaften.

12 Die KGS-LIGA ist als Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) parteipolitisch und konfessionell neutral und verfolgt, als gemeinnützige Organisation, keinen Erwerbszweck. Die KGS-LIGA ist ein Verein nach Schweizer Recht, es gelten die Bestimmungen von Art. 60ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. Rechtsstand der KGS-LIGA ist Freiburg / Schweiz.

13 Die Geschäftsstelle der KGS-LIGA wird durch die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgüterschutz (SGKGS) besorgt, die übrige Geschäftstätigkeit obliegt der Gesellschaft, welche den Vorsitz innehat.


Art 2 : ZWECK
21 Die KGS-LIGA fördert und unterstützt die Bestrebungen der nationalen KGS-Gesellschaften, basierend auf der Haager Konvention über den Schutz von Kulturgut in bewaffneten Konflikten vom 14. Mai 1954, deren Zusatzprotokolle und Ausführungsbestimmungen sowie den übrigen völkerrechtlichen Bestimmungen zum Schutz von Kulturgut in Friedenszeiten und bei bewaffneten Konflikten. Sie verbreitet die Inhalte der genannten Abkommen und setzt sich für deren universelle Ratifizierung und Einhaltung ein. Sie unterstützt interessierte Kreise bei der Gründung weiterer nationaler KGS-Gesellschaften. Sie befasst sich mit dem Studium effizienter Schutzmöglichkeiten für das Kulturgut und orientiert die daran interessierten Instanzen. Des weiteren stellt sie ihre Dienste als KGS- Auskunfts- und Beratungsorgan zur Verfügung

22 Die KGS-LIGA fördert den internationalen Erfahrungsaustausch, die Referententätigkeit sowie die Vermittlung von zivilen und militärischen Experten bei der Anlage von Übungen und Ausbildungskursen.

23 Die KGS-LIGA ist um die Koordination der KGS-Aktivitäten ihrer Mitglieder auf internationaler Ebene bemüht.

24 Die KGS-LIGA pflegt einen engen Kontakt zu anderen internationalen Organisationen für Kulturpflege (UNESCO, ICOMOS, ICOM, Europarat, etc.) wie auch zu den im Haager Abkommen und dessen Zusatzprotokollen bezeichneten Instanzen.

25 Die KGS-LIGA organisiert internationale Symposien und bietet den nationalen KGS-Institutionen ihre Mithilfe bei der Verbreitung des Kulturgüterschutzgedankens an.


Art 3 : MITGLIEDSCHAFT
Die Mitgliedschaft steht allen nationalen Nicht–Regierungs-KGS-Organisationen (NGO’s) offen.


Art 4 : FINANZEN
41 Die Verwaltungskosten für die Funktionsperiode trägt die nationale Gesellschaft, welche den Präsidenten stellt. Die nationalen Gesellschaften werden eingeladen, diese Aufgaben im Anlassfall mit einem jährlichen Beitrag, welcher vom Konvent vorgeschlagen wird, zu unterstützen.

42 Projektbezogene Aufwendungen werden vom Vorstand koordiniert und gesondert abgerechnet.


Art 5 : ORGANE DER KGS-LIGA
Die Organe der KGS-LIGA sind:
51 der Konvent
52 der Vorstand mit Sekretär und Quästor
53 die Geschäftsstelle
54 die Rechnungsrevisoren.

Art 6 : KONVENT
61 Der Konvent ist das oberste Organ der KGS-LIGA. Er besteht aus den offiziellen Delegierten der Mitgliedgesellschaften.

62 Der Konvent wird präsidiert durch den Präsidenten der KGS-LIGA.

63 Die Einberufung des Konvents erfolgt durch den Präsidenten, in Ausnahmefällen durch einen der beiden Vizepräsidenten bzw. auf Antrag von zwei Liga-Gesellschaften und dies mindestens 90 Tage vor dem Versammlungsdatum und mindestens einmal pro Kalenderjahr.

64 Der Konvent ist beschlussfähig bei der Anwesenheit der Mehrheit der Mitgliedgesellschaften. Jede Mitgliedgesellschaft hat Anspruch auf eine einzige Stimme.

65 Beschlüsse des Konvents zu Sachfragen werden mit einfacher Mehrheit gefasst. Beschlüsse mit Kostenfolgen für die einzelnen Mitgliedgesellschaften sind nur soweit bindend, als die nichtanwesenden Mitgliedgesellschaften ihre Zustimmung nachträglich schriftlich erteilt haben.

66 Mitglieder, welche am Konvent ein bestimmtes Traktandum behandelt haben möchten, beantragen das gewünschte Thema schriftlich dem Vorstand und zwar bis spätestens 30 Tage vor dem Konventdatum.

67 Der Konvent hat folgende Pflichten und Rechte:
671 Bestätigung des Präsidenten, des neuen Vorstandsmitgliedes, der Rechnungsrevisoren.
672 Beschluss von projektbezogenen Finanzierungen.
673 Beschluss von Statutenänderungen mit 2/3 Mehrheit unter Einbeziehung sämtlicher Gründungsmitglieder (Austria, Deutschland, Italien und Schweiz).
674 Beschluss über die vom Vorstand ausgearbeiteten strategischen Vorgaben für die Tätigkeit der KGS-LIGA sowie über alle weiteren vom Vorstand vorgelegten Traktanden.
675 Beschluss über die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedgesellschaften mit 2/3 Mehrheit.
676 Beschluss über eine allfällige Auflösung der KGS- LIGA

Art 7 : VORSTAND
71 Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten, zwei Vizepräsidenten, dem Sekretär und dem Quästor. Ihm obliegt die Geschäftsführung der KGS-LIGA.

72 Die Kontinuität des Vorstands wird durch ein Rotationssystem gewährleistet:
721 Die Bestellung des ersten Vizepräsidenten wird vom Konvent bestätigt. Die Mitgliedgesellschaft, die den Vizepräsidenten stellt muss mindestens 4 Jahre der KGS-LIGA angehören. Seine Amtszeit als Vizepräsident dauert zwei Jahre, danach tritt er die Nachfolge des Präsidenten an.
722 Der Präsident wird vom Konvent für eine Amtsdauer von zwei Jahren bestätigt. Nach Ablauf der Amtszeit gehört er dem Vorstand für weitere zwei Jahre als zweiter Vizepräsident an.

73 Der Vorstand leitet die KGS-LIGA nach den strategischen Vorgaben des Konvents und entscheidet über alle Geschäfte, die nicht in die Zuständigkeit des Konvents fallen. Er vertritt die KGS-LIGA nach aussen.


74 Der Vorstand empfiehlt über die Aufnahme und den Ausschluss (unter Angabe der Ausschlussmotive) von Mitgliedgesellschaften, beides unter Vorbehalt der Genehmigung durch den Konvent. (siehe Pkt.675)

75 Die Einberufung des Vorstandes erfolgt durch den Präsidenten. Nach Möglichkeit sind Anlässe der Mitgliedgesellschaften zur Durchführung von Sitzungen des Vorstandes sowie zur Einberufung des Konvents zu nutzen.

76 Zur Behandlung besonderer Geschäfte kann der Vorstand einen oder mehrere Ausschüsse einsetzen, denen auch Nicht-Vorstandsmitglieder angehören können. Sofern die dadurch erwachsenden Kosten nicht im ordentlichen Budget der KGS-LIGA vorgesehen sind, werden sie durch die Mitgliedgesellschaften getragen, welche im Vorstand vertreten sind.

77 Der Sekretär und der Quästor werden von der Mitgliedgesellschaft gestellt, welche den Präsidenten stellt. Sie besitzen im Vorstand kein Stimmrecht.
771 Dem Sekretär obliegt die Protokollführung der Sitzungen des Konvents und des Vorstandes. Er erstellt für die Geschäftsstelle Kopien der ein- und ausgehenden Korrespondenz, der Sitzungsprotokolle sowie aller weiterer wichtiger Unterlagen.
772 Dem Quästor obliegt die Buchführung während des Rechnungsjahres. Das Rechnungsjahr der KGS-LIGA beginnt mit dem 01. Januar und endet mit dem 31. Dezember.

Art 8 : GESCHÄFTSSTELLE
Die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgüterschutz (SGKGS) führt die ständige Geschäftsstelle der KGS-LIGA. Die Adresse der Geschäftsstelle ist mit jener der SGKGS identisch. Die Geschäftsstelle leitet eingehende Korrespondenzen umgehend an den Ligapräsidenten weiter. Sie ist für die Archivierung der ihr überwiesenen Dokumente der KGS-LIGA zuständig. Diese erfolgt nach den Richtlinien des Schweizerischen Bundesarchivs.


Art 9 : RECHNUNGSREVISOREN
91 Die Rechnungsrevisoren werden dem Konvent durch die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgüterschutz vorgeschlagen. Sie werden für eine Amtszeit von einem Jahr gewählt.
92 Sie sollen über eine Fachausbildung verfügen, welche sie zur Ausübung dieser Funktion befähigt.
93 Sie prüfen die Abrechnungen von Sonderprojekten und erstatten dem Konvent Bericht.
94 Die Abrechnung der laufenden Verwaltungskosten der Präsidentschaftsperiode wird von der jeweiligen nationalen Gesellschaft geprüft.

Art 10 : VERWALTUNGSUMTRIEBE UND REISEKOSTEN
Die KGS-LIGA trägt keine Reisespesen und Risken für die Delegierten.
Die Mitgliedgesellschaft, welche mit der Organisation des Konvents bzw. der Sitzungen des Vorstandes beauftragt ist, deckt die Kosten für Unterbringung und Verpflegung von mindestens 2 Delegierten pro Mitgliedgesellschaft.

Art 11 : AUSTRITT VON MITGLIEDGESELLSCHAFTEN
111 Jede Mitgliedgesellschaft entscheidet frei über ihren eventuellen Austritt aus der KGS-LIGA:
112 Der Austritt erfolgt 30 Tage nachdem sie dies dem Präsidenten schriftlich mitgeteilt hat. Die bis zu diesem Zeitpunkt von ihr eingegangenen Verpflichtungen bleiben aufrecht.


Art 12 : AUFLÖSUNG DER KGS-LIGA
121 Für einen Auflösungsbeschluss der KGS-LIGA bedarf es der Zustimmung von mindestens 2/3 aller Mitgliedgesellschaften. In diesen 2/3 müssen alle Gründungsmitglieder (Austria, Deutschland, Italien, Schweiz) anwesend sein. Diese Zustimmung kann auch schriftlich eingeholt werden.

122 Das im Falle einer Auflösung eventuell noch vorhandene Restvermögen ist – auf alle Mitgliedgesellschaften gleichmässig verteilt – gemeinnützigen Zwecken zuzuführen, welche dem in Art 2 hievor genannten Zweck entsprechen.

Die vorliegenden Statuten ersetzen jene des Gründungskonvents vom 13. Mai 1997, sie wurden am Konvent der KGS-LIGA in Fribourg vom 13. Mai 2004 angenommen und treten per 14. Mai 2004 in Kraft.

Für die Statuten ist der deutschsprachige Text rechtsverbindlich. Mitgliedsgesellschaften werden die Statuten in ihre Landessprache übersetzen.

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